Problem-Knacker – Der Schlüsseldienst für Ihr Hirn

Der deutsche Arbeitsmarkt ist verkopft

Samstag, 17. Dezember 2011 von reinhard_hartl

Fachkräftemangel bedeutet nichts anderes, als dass der Arbeitsmarkt dringend Indianer braucht und sucht und eben keine Häuptlinge mehr. Nur, wo hernehmen? Die Schere sieht so aus, dass immer weniger Schulabgänger ausbildungs- bzw. studienreif sind. Diejenigen, die ihre Ausbildung / ihr Studium beginnen, brechen immer häufiger ab. Erschwerend kommt dazu, dass gerade die knackigen MINT-Disziplinen immer häufiger davon betroffen sind. Die wiederum, die ihre Ausbildung / ihr Studium beenden treten in den Arbeitsmarkt ein, um gleich den nächsten Schritt in Richtung Techniker / Meister bzw. Promotion zu planen. Alles viel zu früh und null untermauert durch Erfahrungen in der beruflichen Praxis. Diese blutjungen Absolventen möchten natürlich dann adäquate Jobs. Nur wer soll diese Menschen einstellen? Die Kanäle für die Häuptlingsstellen sind zu, die Ansprüche an Position, Verantwortung und Gehalt oft unangemessen hoch und es fehlt eben immer wieder die praktische Erfahrung, heißt konkrete, die Sporen sind noch nicht verdient und die Hörner sind noch nicht abgestoßen. Gebraucht werden Programmierer, Monteure, Konstrukteure, Entwickler, Vertriebler, gerne auch weltweit reisebereit (auch das kommt immer mehr aus der Mode) usw. usw. usw.
Scheitert dann der direkte Einstieg in den Häuptlingsarbeitsmarkt versucht man den Einstieg über den Weg nach seitlich unten über eine Fachposition. Aber auch die ist nur sehr schwer zu bekommen, weil man einem Techniker /Meister / Doktor einfach nicht mehr zutraut, den Praxisalltag als Fachkraft zu meistern. Bleibt oft nur der Weg zu den zahlreichen Dienstleistern, wo man sich dann als Zeitarbeiter in Projekten für die eigentlichen Wunscharbeitgeber aufreibt. Nach wenigen Jahren ist man für den Arbeitsmarkt verbrannt.
Die Karriere über den bewährten, klassischen Weg zu planen ist out. Die Zeche bezahlen alle und viele Potenziale liegen brach.
Übrigens: Ein Titel sagt überhaupt nichts über Führungsqualitäten aus. Die Persönlichkeit entscheidet. Auch in diesem Punkt unterliegen viele einer groben Fehleinschätzung über die eigenen Kompetenzen.

Mobbing verkehrt

Samstag, 26. November 2011 von reinhard_hartl

Ich weiß nicht, vielleicht geht es Ihnen auch so, wenn neue Kollegen sagen: In meinem letzten Job wurde ich gemobbt.Und immer wieder macht man die Erfahrung, dass mit diesen Menschen irgendwas ist. Man wird nicht so richtig warm, sie beschweren sich hintenrum, dass man über schlecht über sie spricht, die kontrollieren, wer wann und wie oft zum Rauchen geht. So die Opfer-Täter-Geschichte. Würde mich schon interessieren, wie viele tatsächliche Mobbing-Opfer es wirklich gibt. Und die gibt es. Das ist die größte Schweinerei überhaupt und gehört für mich in den Komplex Burnout-Mobbing-Mitarbeiterzufriedenheit etc. Und trotzdem, kennen Sie auch diese Menschen, die sich über alles und jeden beschweren, die sich immer benachteiligt fühlen, permanent nörgeln, notorisch? Und dann selber heimtückisch ihre Giftpfeile abzuschießen? Mir ist wichtig, auch diese getarnten Heckenschützen aufzuspüren, die unter dem Deckmäntelchen der Opferschaft selbst sehr professionell mobben. Vielleicht denken wirkliche Mobbing-Opfer und auch viele Mobbing-Experten viel zu wenig an diese Zielgruppe?

Kubicki: “Die Marke FDP hat generell verschissen”

Samstag, 19. November 2011 von reinhard_hartl

Nein, nicht von mir! Wolfgang Kubicki, Chef der Fraktion in Schleswig-Holstein hat das Debakel der FDP in den letzten Wahlen und den miserablen Umfrageergebnissen so drastisch kommentiert.
Ich war ja damals recht angetan, als Herr Rösler die Posten und Machtverhältnisse umschichtete. Und jetzt: Schlechte, ganz schlechte Performance. Keine klaren Aussagen, keine Antworten. Nix geliefert, wie es Rösler vor kurzem großspurig ankündigte.
Vor kurzem ein Radio-Interview in Bayern 2 mit dem Generalsekretär Christian Lindner. Immer wieder die bohrende Frage: “Aber die Wählerschaft nimmt das so wahr!” Lindner genervt und sauer: “Sie sprechen schon wieder von der Wahrnehmung!” Die Fakten hinsichtlich der Leistungen der FDP seien so und so, blablabla. Hört’s Euch selber an.
Geht es nicht gerade darum, wie die Wahrnehmung ist? Jedes Unternehmen lebt von der Wahrnehmung, Milliarden werden verbraten, damit Benetton, BMW, Siemens, Calvin Klein, Vaillant so oder so wahrgenommen werden. Gerade die Wahrnehmung ist doch entscheidend. Die paar schwachen Ergebnisse, an denen die FDP mitgewirkt hat fallen da nicht auf und sind für uns Normalbürger weder nachvollziehbar noch verifizierbar.
Die FDP geht völlig an der Realität, dem Volk, den Wählern und sogar der Zielgruppe vorbei. Das wird nix mehr. Das die historischen 17% nicht der Aufbruch in die deutsche Partei-Championsleague war, sondern Ergebnis verzweifelter und unschlüssiger Wechselwähler wurde in der Euphorie und Arroganz total übersehen. Vorbei sind Kampfgeist, Kompetenz, Klarheit und Orientierung.

Schade um die Marke.

Leistung lohnt sich nicht!?

Samstag, 19. November 2011 von reinhard_hartl

Laut Ergebnis einer Infas-Studie sind zwei von drei Deutschen überzeugt, dass sich Leistung nicht lohnt. Nur ein Drittel ist der Meinung, dass alle Teilnehmer auf dem Arbeitsmarkt die gleichen Chancen hinsichtlich Entwicklung, Aufstieg und Gerechtigkeit hat. Zudem habe die Ungerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt zugenommen. Gründe dafür seien die unterschiedliche Behandlung von Frauen, Leiharbeitern sowie gewerblichen Mitarbeitern.

Ob richtig oder nicht, entscheidend ist, dass eine große Mehrheit das genau so empfindet. Interessant. Da fällt mir auch noch die berühmte Gallup-Studie ein, dass einer von 5 ArbeitnehmerInnen in ihrer Arbeit mehr oder weniger unzufrieden ist. Quo vadis, deutscher Arbeitsmarkt?

3 goldene Regeln für ein erfolgreiches Bewerbungsmarketing

Sonntag, 06. November 2011 von reinhard_hartl

Wie gut ist Ihr Bewerbungsmarketing? Man stelle sich einen dreibeinigen Hocker vor. Kürzt man ein Bein, oder gar zwei, wird die ganze Sitzerei instabil. Kürzt man alle drei Beine wird der Hocker wieder stabil stehen, allein das Sitzen wird dann recht unkommod, gehen doch die Beine auf den Boden auf.

Das erste Bein unseres Dreibeins steht im Bewerbungsmarketing für den geografischen Aspekt, das Zweite entspricht der monetären Seite und das Dritte schließlich repräsentiert die fachliche Ausrichtung.

1. Geografie: Inwieweit bin ich flexibel und mobil? Bin ich gar für einen Umzug bereit? Wie weit bin ich bereit jeden Tag, also auch bei Nebel, Glatteis, Schnee, Dauerregen, Bruthitze etc. in die Arbeit zu fahren? 30 km, 60, 90 oder mehr als 100? Wie bin ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden? Meine Erfahrung: Jeder wird im Bewerbungsgespräch die täglichen 90 km auf sich nehmen; nur um den Job zu bekommen reden sich viele um Kopf um Kragen und sagen alles zu, um dann nach 3 Monaten wieder zu kündigen. Also: Ehrlich, ganz ehrlich, wirklich ehrlich beantworten.

2. Finanzen: Wie viel habe ich in meinem letzten Job verdient, wie viel verdiene ich momentan und wie viel möchte ich beim nächsten Job verdienen? Wo ist meine Schmerzgrenze? Werde ich beim Gehalt Abstriche machen, wenn Umfeld, Aufgabe, Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven stimmen? Auch hier ist gnadenlose, kompromisslose Ehrlichkeit angesagt!

3. Wie bin ich fachlich aufgestellt, hinsichtlich Ausbildung, Weiterbildung und einschlägiger beruflicher Erfahrung? Wie gut passe ich auf die Wunschposition? Welche Defizite bringe ich mit und wie werde ich mit diesen umgehen? Zu wie viel Prozent ist mein Package kompatibel und passgenau? Wie gut entspreche ich dem Anforderungsprofil?

Die Methode ist einfach, aber nicht leicht. Einfach deswegen, weil die drei Parameter glasklar sind und keinen Raum lassen, eigentlich; weil es so schwierig ist, ehrlich zu sein und ehrlich zu bleiben. Deshalb also nicht leicht.

Wer aber diese drei einfachen, klaren Aspekte GLEICH würdigt und sich in diesem dreieckigen Zielgebiet definiert, hat eine glasklare, eindeutige Positionierung im Bewerbungsmarketing. Und eins kann ich jetzt schon versprechen: Sie haben damit zu 95% die Nase vorn.

Piratenpartei – Politik goes endlich richtig 2.0

Sonntag, 06. November 2011 von reinhard_hartl

Erstaunlich, eine Performance der Piratenpartei (hier geht’s zum Blog), die die de Grünen in den Schatten stellt. Jung, modern, kritisch, ursprünglich, normal. Kein Öko-Touch, wie damals bei den Grünen, in Bayern lange als “Körndlfresser” verschrien. Irgendwie sah man des dem Grünen an. Die Piraten sind da ganz normal. Du erkennst die nicht auf der Straße. Im Oktober bundesweit die 15tausender Marke geknackt, allein in Bayern mehr als 4.500. Normal, wie Du und Ich, das ist eines der Erfolgsgeheimnisse. Und während alle etablierten Parteien schon lange versuchen auf den 2.0-Zug aufzuspringen, Herr Schäuble und Herr Westerwelle auf XING, Blogs, FB etc., sind die Piraten eine wirkliche Netzpartei. Und die Kombi aus normal + Netz wird noch für viel Aufsehen und Überraschungen sorgen. Inwieweit sie mit den Angriffen im Haifischbecken Politik umgehen können, wird sich rausstellen. Ich glaube, dass die Blogosphäre stärker sein wird. Den Etablierten wird Hören und Sehen vergehen.

Provi-Soli – Der Solidaritätszuschlag feiert Jubiläum

Sonntag, 06. November 2011 von reinhard_hartl

1991 als provisorische Übergangslösung zur Finanzierung der blühenden Landschaften im Osten Deutschlands von Helmut Kohl für max. 12 Monate eingeführt, feiert der Soli. sein 20-Jähriges. Prompt wurde er 1993 und 1994 wieder ausgesetzt, um 1995 wieder eingeführt zu werden. Er ist halt eine zu praktische Einnahmequelle und der Bürger hat sich daran genau so gewöhnt, wie an die höhere Mehrwertsteuer oder Kassen-Zuzahlungen. Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechtmäßigkeit des Soli auch nach 20 Jahren kürzlich bestätigt.
Jetzt, wo die Steuereinnahmen kräftig sprudeln der politische Streit, wie man den Bürger entlasten könnte. Im Hinblick auf die nächsten Wahlen möchte Herr Schäuble max. 6 Mrd. ausspucken und die kalte Progression beenden. Die SPD beruft sich gar darauf, immerhin haben wir Krise, dass der verfassungsmäßig geregelte Schuldenstopper Steuererleichterungen gar nicht zulässt und ganz clever die CSU (und im Windschatten auch die FDP): Sie wollen den Soli kürzen. Warum? Weil das der Bürger am leichtesten versteht und als wirkliche Entlastung empfindet.

Euro-Krise: Wer ist schuld?

Sonntag, 30. Oktober 2011 von reinhard_hartl

Ja, die Griechen sind schuld, nicht wahr?
Irgendwie haben Erinnerungen die Eigenschaft zu verblassen. Gab es für die Währungsunion anfangs nicht einen Stabilitätspakt? Und waren es nicht Frankreich und Deutschland, die den Stabilitätspakt zuerst verletzten und durch entsprechende Gesetzesänderungen aufweichten, mit der Folge, dass die Kontrollmechanismen immer schlampiger wurden und schwerwiegende Defizite viel zu spät erkannt wurden?
Und waren es nicht Finanzprodukte wie diese seltsamen Derivate, die angefangen mit Lehman’s 2008 die ganze Welt in die Krise stürzten? Und sind es nicht eine Art Derivate, die den Rettungsschirm von einigen Hundert Milliarde auf ein Billion hebeln? Wird hier nicht der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben?
Ist nicht der Euro die einzige Währung weltweit, die ohne einheitliche Wirtschaftspolitik gesteurt wird? Wäre nicht die Systematik Politische Union > Wirtschaftspolitische Union > Währungsunion auf Basis einer gemeinsamen Verfassung sinnvoll gewesen?
Ich kenn’ mich da nicht so gut aus; ich bin weder Wirtschaftswissenschaftler, noch Verfassungsrechtler und überhaupt ein leidlich schlechter Politiker.
Und waren wir Bürger, die Zahler der ersten und der jetzt sich andeutenden Krise, die Opfer und Leidtragenden quasi, nicht ganz geil auf die neuen Gewinnchancen, die sich ab den 80ern im Investmentbereich auftaten? Ich weiß noch, wie ich mit meinen vermögenswirksamen Leistungen in 7 Jahren erstmals 13000 Mark erzielte. Wir glaubten tatsächlich, die Steigerungen würden immer weiter gehen, der Dax nach 8000 in Richtung 9000 marschieren?
Sind die Griechen wirklich an allem Schuld? Oder sind sie und die Italiener und Portugiesen und Spanier nur die letzten Glieder in der Kette?

Vom Tauschhandel bis zu Derivaten: Die Geschichte des Geldes

Sonntag, 30. Oktober 2011 von reinhard_hartl

Am Anfang war der Tauschhandel. Naturalie gegen Naturalie, bewertet nach dem persönlichen Wert der Beteiligten. Hat super funktioniert.
Irgendwann wurde dann erstmals abstrahiert und der Wert von Waren oder Dienstleistungen in Werteinheiten gemessen. Das Geld war erfunden. Und anfangs entsprach der Materialwert des Geldes dem eigentlichen Wert, so bei Gold- oder Silbermünzen.
Dann wurde weiter abstrahiert und das Geld war plötzlich aus Papier und Blech, hatte also per se keinen Wert mehr, sondern den Wert, der von Staats wegen zuerkannt wurde.
Jetzt kam das Buchgeld, das zunächst Hand geschrieben in Kladden von Banken oder Unternehmen geführt wurde, Zinsen wurden berechnet und aufnotiert.
Mit Einzug der EDV war das Buchgeld unsichtbar digital gespeichert und Überweisungen wurden in blitzschnell per Knopfdruck getätigt. Bis dahin war der Geldmarkt unmittelbar mit dem Wirtschaftskreislauf verbunden.
Dann die Revolution. Es wurden Geldprodukte geschaffen, die, losgelöst von den Wirtschaftskreisläufen, ein Eigenleben führten. “Das Geld ist einfach da”, sagte vor kurzem ein Finanzexperte, und kann fast beliebig in gigantischen Mengen vermehrt werden, oder auch verloren. Folge? Finanzkrise, Schuldenkrise, Dollar-Krise, Euro-Krise.

Spanien: Junge Ingenieure lernen Deutsch

Samstag, 27. August 2011 von reinhard_hartl

Im Weltspiegel vom 8.5.2011 fand sich folgender Beitrag:

Spanien: Jobsucher im Deutschlandfieber http://bit.ly/j6j6Kk

Interessant, wo wir in Deutschland über einen eklatanten Mangel an MINT-Fachkräften klagen.

Ungelöst bleiben natürlich die Versäumnisse in der Bildungspolitik der vergangenen 30 Jahre sowie die immer noch mangelnde Bereitschaft vor allem mittelständischer Unternehmen, sich mit Fachkräften anderer Länder und Kulturen auseinander zu setzen. Wenn wir schon diese große Lücke verursacht haben, könnten wir jetzt wenigstens versuchen, diese interkulturell zu lösen. Wäre zumindest ein erster Schritt.

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