Die Arbeitswelt wird zunehmend flexibler, manche sagen auch unsicherer, löchriger, ungewisser . . .
Nun, das Problem der zunehmenden Flexibilisierung scheint erkannt. Was jetzt? Was bringt uns die Frage, warum das so schlimm geworden ist? Nix.
Hilfreich sind Fragen wie: “Was kann ich persönlich für mich konstruktiv daraus machen?” Wenn die Rahmenbedingungen ohnehin schon so sind, wie sie sind, wäre es m. E. sinnvoll zu fragen, was konkret ich für mich daraus machen kann.
Wer sich nicht bewegt, der wird bewegt werden. Wer dauernd in den vorhandenen Spuren läuft, kann nicht überholen. Wer dauernd das macht, was er/sie schon immer gemacht hat, verändert nichts.
Ich bevorzuge das Wort “Jobmarketing”.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihren Traumjob gefunden, in Hamburg. Es passt alles, Job, Umfeld, Gehalt, einfach alles. Allerdings wohnen Sie in Konstanz, sind verheiratet, haben 3 Kinder und vor kurzem ein Haus gebaut. Wenn Sie nicht zu den ganz Mutigen gehören, werden Sie bleiben.
Das Dilemma: Sie werden dem Traumjob immer nachweinen. Sinnlos, ganz ehrlich.
Alpha und Omega beim Jobmarketing ist die ehrliche, präzise Bestandsaufnahme:
1. Situationsbeschreibung: Aufschreiben, was eigentlich los ist.
2. Rahmen abstecken: GEOGRAFISCH, finanziell, Position, Branche, angestellt oder selbständig usw.
3. Innerhalb dieses Rahmens Alternativen ausarbeiten.
4. Akquise: Damit Sie nicht in der Flut der Bewerbungsmappen verschwinden, empfehle ich anzurufen. ” Ich bin Herr/Frau Meier. Ich bin BilanzbuchhalterIn, habe 5 Jahre Berufserfahrung und möchte mich beruflich verändern. Mit wem kann ich sprechen, um mich über meine beruflichen Möglichkeiten in Ihrem Unternehen zu erkundigen?”
So oder so ähnlich. Wichtig: Einfach, klar, kurz, knackig und präzise. Keine Lebensgeschichte, kein warum, keine Rechtfertigung.
Wenn Sie angemacht werden oder blöd angeredet, stellen Sie sich die Frage: Möchte ich in diesem Unternehmen überhaupt arbeiten?
4100 KMU wurdem befragt. Vor einem Jahr noch bei 85%, liegt die Quote aktuell bei 9 von 10 Unternehmen, die über ihre Schwierigkeiten berichten, frisches Kapital für dringend benötigte Investitionen zu bekommen. Für die tragende, weil stabilste und nachhaltigste Säule unserer Volkswirtschaft eine Katastrophe.
Alternativen sind gefragt. Der Mittelstand war schon immer kreativ und unglaublich schnell und erfinderisch.
Aber das Rad ist deshalb noch lange nicht neu zu erfinden. Im ganz normalen Geschäftsbetrieb finden sich unglaubliche Potenziale für Einsparungen und Effizienzsteigerungen.
Die Büros in deutschen Unternehmen sind lt. einer Frauenhofer-Studie nur zu 65 % produktiv, nur zu einem Prozent an der Wertschöpfung beteiligt aber zu 70 % verantwortlich für Reklamationen.
Verschwendung in den Produktionen bei Material, Energie, Arbeitszeit, Ausschuss, Rüstzeiten, Stillstandszeiten . . .
Mögliche Ansatzpunkte: Gruppenarbeit, vertrauensvolle Kommunikation, Verantwortung übertragen, Motivation, Führungskompetenz, Projektdenken . . .
Die Schwächen äußern sich vor allem in Mathematik, Belastbarkeit und Disziplin.
Wir sprechen vom Rohstoff für den Arbeitsmarkt 2015/2020 und der Basis für den den Standort Deutschland 2050.
Suchen wir nach Schuldigen, nach Ursachen oder nach Lösungen?
Wenn der Kontext den Bach runter geht oder das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, suchen wir lieber nach Lösungen. Dieses Phänomen ist das Ergebnis der vergangenen 30 Jahren und ohnehin nicht mehr kurzfristig zu reparieren.
Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind gleichermaßen betroffen. Das ist das Gute daran. Beide müssen sich jetzt Lösungen ausdenken. Die Arbeitnehmer, wie sie die offensichtlichen Lücken ausgleichen und die Arbeitgeber, wie sie trotz der Lücken zukunftsfähige Belegschaften gestalten.
Siehe auch: http://reinhardhartl.de/tag/arbeitsmarkt/ .
Haben Sie sich überhaupt Ziele gesetzt? Ausformuliert und schriftlich dokumentiert? Glückwunsch. Dann gehören Sie zu den 4 % im Club der Erfolgsplaner.
Wir planen unser Haus, unseren Urlaub, das nächste Auto, aber sehr selten unser Leben. Seltsam.
Ziele zu setzen ist einfach, aber nicht leicht. Einfach, weil es tausende Ratgeber und Internetseiten gibt. Nicht leicht, weil es Arbeit ist und wir Entscheidungen treffen müssen. Buridan’s Esel lässt grüßen.
Es ist wie in der Navigation. Ein Seegelboot mitten auf dem Meer und die Instrumente fallen aus. Der Navigator weiß, dass er zunächst seinen Standort bestimmen muss. Er orientiert sich an Fixpunkten wie Sonne, Sterne, der zurückgelegte Weg (letzte Kursbestimmung, Windrichtung und – geschwindigkeit) und bestimmt seinen Standort.
Für Sie heißt das: Bestandsaufnahme: Wo stehe ich im Leben, familiär, beruflich, finanziell, Freunde, Bekannte etc.
Nächster Schritt: Kurs bestimmen.
Für Sie heißt das: Was ist mir wichtig? Wo möchte ich hin? Beruflich, familiär usw. usw.
Nächster Schritt: Segel setzen.
Für Sie heißt das: Loslegen, umsetzen, handeln.
Sobald ich weiß, wo ich stehe und wo ich hin will, kann ich mir Ziel setzen. Ziele richten Sie verbindlich aus. Sie verzetteln sich nicht mehr. Sie setzen ganz automatisch Ihre Prioritäten und die Schlagzahl der Chancen erhöht sich drastisch.
Ziele sind keine Wünsch oder Pläne. Ziele sind fordernd und realistisch. Und immer aus eigener Kraft erreichbar. Ziele sind konkret und positiv formuliert.
Ganz wichtig: Ziele MÜSSEN Kontext bezogen sein. Der Kontext ergibt sich aus den gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und sind aus eigener Kraft nicht veränderbar. Wir müssen uns daran orientieren oder anders: Wenn der Kontext den Bach runter geht, kann ich motiviert sein wie ich will.
Schreiben Sie Ihre Ziele auf.
Eli Goldratt hat diese einfache und geniale Methodik entwickelt. Als gelernter Physiker hatte er keine Ahnung von unternehmerischen Prozessen, half aber einem Bekannten, der Hühnerkäfige herstellte und die Prozesse nicht in den Griff bekam.
Goldratt konzentrierte sich auf die Constraints (Engpässe):
1. Er identifizierte den Engpass, also den limitierenden Faktor, und machte diesen für alle sichtbar. Wenn ein Blutgerinnsel auf eine Gefäßverengung trifft, kommt es auch zu Komplikationen.
2. Es stellte sich heraus, dass dieser Engpass offensichtlich nicht optimal ausgenutzt wurde. Also optimierte er den Engpass und nutzte ihn optimal aus. Der Faktor, das das gesamte System limitierte und blockierte wurde aufgelöst. Er beseitigte Gefäßverengung und Blutgerinnsel.
3. Er richtete das gesamte Management an diesem Engpass aus und sorgte dafür, dass er optimal versorgt wurde. Man könnte das mit der berühmt gewordenen “Systemrelevanz” von Banken oder Branchen während der Wirtschaftskrise vergleichen.
4. Schließlich erweiterte er die Kapazität es Engpasses.
5. War dieser Engpass beseitigt, nahm er den nächsten Engpass in Angriff.
Diese Vorgehensweise können wir auf unser Berufsleben und unser ganzes Leben übertragen. Was ist der größte Engpass, der das gesamte System blockiert und die Weiterentwicklung verhindert (finanziell, beruflich, psychisch, körperlich, fehlendes Fachwissen, fehlende Sprachkenntnisse etc.)
Justus von Liebig fand heraus, dass heraus, dass Pflanzen neben Wasser und Licht auch verschiedene Nährstoffe brauchen. Selbst wenn alle Faktoren im optimalen Maß vorhanden sind, wird das Wachstum einer Pflanze begrenzt, wenn nur einer der Faktoren zu wenig vorhanden ist.
Der Feind für gute Entscheidungen heißt Komplexität. Viele Informationen, viele Aspekte, viele Meinungen, mehrere Interpretationsmöglichkeiten und ein Emotions-Cocktail.
Das alles führt zur Konfusion. Wir verlieren die Übersicht. Es ist wie ein Blindflug über den Atlantik und zu allem Überfluss fallen auch noch die Instrumente aus.
Wir sind weder durch Erziehung noch durch die Schule auf diese Situationen vorbereitet. Wir haben nie gelernt, professionell Entscheidungen vorzubereiten und zu treffen. Unser Pilot wird wie ein Profi handeln, weil er dafür intensiv ausgebildet wurde.
Lernen wir also, in komplexen Situationen cool zu bleiben, Licht ins Dunkel zu bringen und das Chaos zu ordnen. Am besten durch methodisches und systematisches Denken.
Der Vorteil: Sie werden Ihr Denken steuern. Andernfalls übernimmt Ihr Problem das Ruder und reißt Sie hin und her.
“Elefanten versuchen nicht, Giraffen oder Schwalben zu werden. Radieschen versuchen nicht, rote Beete zu werden. Aber wir Menschen versuchen zu sein, was wir nicht sind. Wir ersticken in Idealen, die unerreichbar sind oder die nur auf unsere eigenen Kosten erreicht werden können. Wir gehen auf Zehenspitzen, um nur ja nirgendwo anzustoßen, und werden schließlich ärgerlich auf unsere Zehen, wenn sie uns weh tun” Bruno-Paul de Roeck
oder:
“Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist.” Arnold R. Beisser
Gestalten wir unsere Zukunft, indem wir richtige und hilfreiche Entscheidungen treffen.
Endlose Besprechungen ohne befriedigende Ergebnisse. Langeweile, Frust, Ärger, Konflikte.
Das Dilemma uneffektiver Besprechungen ist Konfusion. Ungeordnete Informationen von unterschiedlichen Persönlichkeiten werden mehr oder weniger sachlich zur Kenntnis genommen und kommentiert.
Die Lösung: Ordnung durch Systematik und Methodik.
Meeting-Zeiten verringern sich dadurch um 75 %.
Wir haben ein Problem. Wir stehen mitten drin in unserem Problem. Und sind Teil des Problems. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Uns fehlt die Orientierung. Wir sind verunsichert.
Was ist eigentlich das Problem an unserem Problem? Es ist die Art und Weise WIE wir das Problem betrachten, das unser Problem ausmacht! Wir sind nicht im Stande das Problem nüchtern, sachlich und objektiv von außen neutral zu betrachten. Weil unsere Persönlichkeit Teil des Problems ist.
Heraustreten, Fakten sammeln und ordnen, verschiedene Blickwinkel einnehmen, nachdenken und eine Entscheidung treffen. Das wäre hilfreich.