Und das noch in diesem Jahr. Dazu noch ca. 35.000 Zeitarbeitsstellen. Das wären Verhältnisse wie vor der Krise. Vorausgesetzt, das Wachstum bleibt so stabil und die dringend benötigten Arbeits- und Fachkräfte können bedarsgemäß rekrutiert werden.
Die Metall- und Elektrobranche boomt.
Ganz abgesehen davon, dass wir uns ernsthaft überlegen müssen, wie wir dem Mangel an Arbeits- und Fachkräften grundsätzlich entgegenwirken, möchte ich zum wiederholten Male eine Lanze für die Gruppe der Ü 50 brechen.
Auf die Frage, warum denn ein 35-jähriger den Vorzug vor einem 53-jährigen bekäme, bekomme ich meistens die Antwort, dass man mit dem Mitarbeiter längerfristig plane.
Gegenargument: Ein 53-jähriger wird mindestens genau so lange planen. Warum? Er weiß, wie schwierig es ist, in dem Alter eine Arbeit zu bekommen und wird alles dafür tun, diesen zu behalten.
Andererseits: Wer von den Jungen plant heute noch länger als 3-5 Jahre? Die meisten schielen bei ihrem Antritt schon auf den nächsten, höher dotierten Job.
Macht Euch sichtbar. Immer wieder bekomme ich Bewerbungen mit 30 Seiten und mehr. Das ist zu viel. Wer will das lesen?
Personal Branding. Branding kommt vom englischen brand = Marke. Es hat also was mit Kunden zu tun. Und wer ist der Kunde im Bewerbungsprozess? Richtig, der zukünftige Arbeitgeber. Was aber will der Kunde? Plakativ gesprochen, sicher nicht die ganze Sau, sondern eher ein Schnitzel, vielleicht sogar ein Jägerschnitzel? Was genau könnt Ihr also Eurem potenziellen Arbeitgeber anbieten? Was genau kann er von Euch erwarten? Welche Probleme könnt Ihr für ihn lösen? Was genau könnt Ihr für ihn tun.
Meine Positionierung heißt auf den Punkt gebracht: Personalmarketing für den industriellen Mittelstand. Dahinter steht ein Programm aus Rekrutierung, Employer Branding, Social Media, Personalentwicklung, Potenzialmanagement. Konkret biete ich Lösungen für das aktuelle Problem des Arbeitskräfte- und Fachkräftemangels.
Slogan/Formel – Programm – konkrete Problemlösung
Werdet konkret. Lernt das Unternehmen, über Stellenanzeigen, Wirtschaftsberichte, Homepage etc. Und dann sprecht es konkret an.
Es gibt eine langfristige und eine kurzfristige Lösung. Markenbildung als strategische Aufgabe, z.B. über Social Media oder die kurzfristige Positionierung für eine bestimmte Position in einem bestimmten Unternehmen.
Erstens, die Demografie. Wir leben in einer überalterten Gesellschaft.
Zweitens, der Nachwuchs. Jeder dreizehnte Abgänger verlässt die Schule ohne Abschluss.
Drittens, 40 % aller Arbeitslosen haben keinen Schulabschluss.
Viertens, 40 % aller Arbeitslosen sind über 50 Jahre alt.
Fünftens, die Behörden parken zig-Tausende Arbeitslose weg von der Statistik in Qualifikationsmaßnahmen, die – ich schwöre – ins absolute Nirwana führen. Ich habe in den letzten Wochen an die 70 Bewerbungsgespräche geführt; Menschen werden, ich glaube vorsätzlich, in Maßnahmen geschickt, die garantiert nicht dazu führen, diese Menschen in Arbeit zu bekommen. Auf Grund einer willkürlichen Maßnahme wird niemand Arbeit finden.
Hinter jeder Maßnahme sollte ein konkreter Arbeitsplatz stehen. Das wäre zielführend. Ist aber nicht so, weil die Dimension eine politische ist. Potenziale und Hoffnungen werden der Statistik geopfert.
Solange es aber politisch bleibt und nicht effektiv und marktwirtschaftlich wird verbraten wir Potenziale, Milliarden, Hoffnungen etc.
Ich hätte da andere Ideen.
Nein, die Polen, Ungarn und Tschechen sitzen nicht auf gepackten Koffern und überschwemmen am 1. Mai unseren Arbeitsmarkt mit billigen und qualifizierten Arbeitskräften. Erstens sind diese Länder wirtschaftlich und technisch schon sehr weit entwickelt und zweitens waren andere Länder wie England schon vor Jahren so schlau, ihren Arbeitsmarkt zu öffen. Die qualifizierten Osteuropäer auf die wir so händeringend warten sprechen also wahrscheinlich wesentlich besser englisch als deutsch.
Die anfänglichen fast panischen Befürchtungen der Billiglohnschwemme verkehrt sich mittlerweile schon ins Gegenteil: Man befürchtet, dass es zu wenige sein könnten, um unseren Mangel an Fachkräften auch nur annähernd zu kompensieren.
Die Potenziale sind meiner Erfahrung nach im Übermaß vorhanden, nur muss man halt etwas genauer hinschauen. Oft finden wir statt breit gefächerter Qualifikationen in Form von Abschlüssen nur noch gut ausgeprägte Teilqualifikationen. Für mich liegt die Zukunft deshalb schon lange nicht mehr im berufsbezogenen sondern im arbeitsplatzbezogenen Einsatz. Wenn wir es schaffen, Arbeitskräfte auf bestimmte Arbeitsplätze fit zu machen und sie dann konsequent weiter zu entwickeln haben wir erstens keinen akuten Mangel mehr und zweitens ist die Zukunft gesichtert. Das Thema Fluktuation ist damit auch gegessen. Diese Arbeitskräfte sind loyal und wenig kompatibel.