Das Ausbrennen von MitarbeiterInnen durch Überforderung, Stress oder auch Mobbing, sozialer Angst und Leistungsdruck ist kein Monopol von sozialen und Pflegeberufen mehr. Vielmehr greift diese Krankheit fast epidemisch um sich und Krankenkassen, Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften schlagen Alarm. Die daraus resultierenden Kosten werden in den kommenden Jahren exorbitant steigen.
Wie erkennt man Burnout? Chronische Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung gehören ebenso zum Krankheitsbild wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Angstattacken aber auch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Bluthochdruck.
Burnout ist sozial ansteckend und kann ganze Abteilungen und Unternehmen erfassen. Besonders fatal ist die schleichende Entwicklung dieses Prozesses. Ähnlich wie das größer werden der eigenen Kinder, die man tagtäglich sieht, bekommt man auch den schleichenden Prozess des Ausbrennens ganzer Unternehmen nicht mit. Man spricht hierbei auch vom sogenannten boiled-frog-effect. Auswege aus diesen Krisen sind möglich, aber keinesfalls einfach und leicht. Am schwierigsten ist es, für sich selbst die Problematik zu erkennen und den ersten Schritt zu machen. Aber wohin? Erster Ansprechpartner ist immer der Hausarzt und parallel dazu kann man soziale Beratungsstellen z.B. bei den Wohlfahrtsverbänden ansteuern.
Der Fachkräftemangel ist seit Jahren in aller Munde, allein so richtig groß ist der Leidensdruck noch nicht. Grüße vom Boiled-Frog
Eben weil der Prozess schleichend statt findet, bemerkt man ihn nicht. Es braucht immer mehr Einsatz, nur um immer mehr Angemessenes zu bekommen. Wir lernen, mit der Angemessenheit zu leben.
Die Anwerbung der Besten der Besten wird keine Frage des Standortes sein. Auch keine Frage des Wachstums. Sondern schlichtweg eine Frage des Überlebens. Konkurrenzfähig bleibt nur der, der die Besten der Besten für sich gewinnt. Und auch das allein wird nicht reichen. Es wird ein Umdenken statt finden, zwangsläufig, und die entstehenden Lücken werden u.a. organisatorisch gekittet werden, z.B. durch eine andere Arbeitsteilung und angepassten Prozessen.
Für den Arbeitsmarkt 2020 sehe ich folgende Megatrends.
1. Mosaik statt Puzzles:
Das westliche Unternehmen denkt in Puzzles. Sie sucht das passgenaue Gegenstück, das genau in das Anforderungsprofil passt. Das fernöstliche Unternehmen denkt in Mosaik. Sobald sie etwas Ansprechendes findet überlegt sie, wie sie es am Besten verwendet. Sollte es nötig sein, es zu veredeln, wird das so passieren, dass der Charakter und die Persönlichkeit mindestens erhalten bleiben oder wie ein Diamant durch einen fachmännischen Schliff überragend strahtl. Wir werden nach Talenten und Potenzialen suchen müssen und nicht nach Abschlüssen und Zertifikaten, um dann zu sehen, wie das Potenzial für das eigene Unternehmen am Besten zur Geltung kommt.
2. Lebenslang lernen:
Alles Gelernte ist nur eine Basis, die es zukünftig immer wieder Punkt genau, Projekt bezogen und Tages aktuell upzudaten ist. E-learning, virtuelle Akademien, 24/7-lernen, unabhängig von Zeit und Ort . . .
3. Virtuelle Arbeitsplätze:
Wie antiquiert und verstaubt sich das Wort “Telearbeitsplatz” anhört und es ist gerade mal 10-15 Jahre her, als es in aller Munde war. Virtuelle Konferenzen, Projektmeetings im virtuellen Raum, virtuelle Präsentationen, Webinare . . . Das ist jetzt schon Realität und kann zukünftig ein Gestaltungsinstrument für die firmeneigene Personlapolitik sein.
4. Frauen an die Macht:
Auch bedingt durch > 3., den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und dem eklatanten Mangel an weiblichem Denken in der Welt werden Mütter wieder problemlos Arbeit finden.
5. Teilqualifikation und Integration:
Jeder 14. Deutsche hat mittlerweile einen Migrationshintergrund (oder jeder 7.?). Egal. Das was jetzt an Rohstoff Brach liegt, weil wir es gesellschaftspolitisch nicht geschafft haben für eine vernüfntige Integration zu sorgen, wird in Zukunft überragend wichtig werden. Wir müssen nur > 1. die Potenziale erkennen, fördern, ausbauen und ausschöpfen. Punkt.
6. Dynamisierung des Arbeitsmarktes durch Deregulierung:
Auch die Gewerkschaften werden erkennen, dass es in Zukunft nicht mehr möglich sein wird, Arbeitsplätze lebenslang abzusichern. Flexiblisierung + Absicherung = siehe Dänemark. Es wird beides gehen müssen und bezahlbar sein. Wenn wir alle vorhandenen gesellschftlichen Potenziale ausschöpfen.
7. Die “Alten” 50++ . . .
. . . werden wieder gefragt sein. Siehe Mosaik, siehe Potenziale usw.
Das alles und noch viel mehr, können wir sehen, wenn wir den schleichenden Untergang erkennen und uns SCHNELL anpassen
Der Boiled-Frog-Effekt lässt grüßen. Der Wandel auf dem Arbeitsmarkt ging schleichend vor sich. Die Auswirkungen sind offensichtlich und allgemein bekannt, aber nur allgemein. Nur Wenige glauben oder wissen, dass diese Dinge mit einem selber zu tun haben. Die allerdings, die die Auswirkungen am eigenen Leib verspüren, wissen, was gemeint ist.
Phänomen 1 Die Burnout-Gesellschaft:
Krankenkassen, Rentenkassen und Berufsgenossenschaften schlagen Alarm. Klar, denen geht es als Erste ans Portemonnaie. Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz nehmen immer mehr zu. Immer mehr Frühverrentungen haben als Ursache eine psychsiche Erkrankung. Die grundlegende Ursache ist Angst. Angst vor dem Jobverlust, Angst vor der Zukunft, Angst vor Überforderung, Angst nicht mehr mithalten zu können. Diese Ängste beeinträchtigen die Fähigkeit, das was um einen herum geschieht (Kontext) richtig und realistisch wahr zu nehmen und zu bewerten. Das wiederum lähmt und das gleiche Pensum strengt plötzlich viel mehr an als vorher. Der Stress nimmt zu, es passieren Fehler, man vergisst Dinge, ist unkonzentriert, schläft schlecht, fühlt sich müde und ausgelaugt usw. usw. usw. Ein klassischer Teufelskreis. Am Ende Kollaps, Angst- und Panikattacken, Pillen, Psychopharmaka und viele falsche Behandlungen, weil die psychische Erkrankung oft nicht erkannt wird und deshalb die physischen Symptome behandelt werden.
Phänomen 2 Der Jugendwahn:
Mit 40+ spätestens 50+ gehört man arbeitstechnisch schon zum alten Eisen? Oft scheint es so. Die Jüngeren sind besser ausgebildet und am Stand der Technik, sind frischer, unbekümmerter, dynamischer und machen so mangelnde Erfahrung wett. Sie sind weniger krank und insgesamt leistungsfähiger. Und die Betroffenen wissen: Schauen Sie auf meinen Jahrgang, ich habe ja keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt.
Phänomen 3 Langzeitarbeitslose:
Die Hartz-IV-Gesellschaft, Menschen ohne Perspektive; auch die sterben den Boiled-Frog-Effekt und resignieren. Sie haben das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Zu Viele.
Die Tatsache, dass Eure Zeit wieder kommen wird, mag ein schwacher Trost sein. Da liegen locker noch 5 – 10 Jahre dazwischen.