Der Feind für gute Entscheidungen heißt Komplexität. Viele Informationen, viele Aspekte, viele Meinungen, mehrere Interpretationsmöglichkeiten und ein Emotions-Cocktail.
Das alles führt zur Konfusion. Wir verlieren die Übersicht. Es ist wie ein Blindflug über den Atlantik und zu allem Überfluss fallen auch noch die Instrumente aus.
Wir sind weder durch Erziehung noch durch die Schule auf diese Situationen vorbereitet. Wir haben nie gelernt, professionell Entscheidungen vorzubereiten und zu treffen. Unser Pilot wird wie ein Profi handeln, weil er dafür intensiv ausgebildet wurde.
Lernen wir also, in komplexen Situationen cool zu bleiben, Licht ins Dunkel zu bringen und das Chaos zu ordnen. Am besten durch methodisches und systematisches Denken.
Der Vorteil: Sie werden Ihr Denken steuern. Andernfalls übernimmt Ihr Problem das Ruder und reißt Sie hin und her.
Wir haben ein Problem. Wir stehen mitten drin in unserem Problem. Und sind Teil des Problems. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Uns fehlt die Orientierung. Wir sind verunsichert.
Was ist eigentlich das Problem an unserem Problem? Es ist die Art und Weise WIE wir das Problem betrachten, das unser Problem ausmacht! Wir sind nicht im Stande das Problem nüchtern, sachlich und objektiv von außen neutral zu betrachten. Weil unsere Persönlichkeit Teil des Problems ist.
Heraustreten, Fakten sammeln und ordnen, verschiedene Blickwinkel einnehmen, nachdenken und eine Entscheidung treffen. Das wäre hilfreich.
Ein Mann kaufte sich einen Wachhund und stellte zu Hause fest, dass dieser stumm war. Also: Unbrauchbar. Spontane Reaktion: Zurück bringen, Umtauschen, reklamieren . . .
Eine Gruppe von Managern, die diese Aufgabenstellung systematisch durchdenken sollten kamen auf eine überraschende Lösung:
Naheliegend war zunächst, dem Hund bei zu bringen, einen Schalter zu betätigen, der Alarm auslöst, die Polizei ruft, Licht oder auch Hundegebell einschaltet.
Im zweiten Schritt überlegte man sich, wie heimtückisch doch dieser Hinweis sein würde: Achtung! Stummer Wachhund!
Ein Einbrecher, der dieses Schild lesen würde, müsste fürchterliche Angst davor haben, dass sich ein richtig gefährlicher Hund heimtückisch aus der Dunkelheit heranschleicht und ihn überfällt!
Wäre das nicht effektiv?
Das Gleichnis von Buridan’s Esel besagt, dass dieser zwischen zwei gleich großen Heuhaufen elendig verhungert wäre, weil er sich nicht entscheiden konnte, von welchen er fressen sollte.
Klingt banal und lächerlich. Aber wie würden wir entscheiden?
Im Prinzip könnten wir würfeln und die Entscheidung akzeptieren. Die Alternativen sind ja gleich gut. Das Dilemma dabei ist aber: Wenn wir uns für das Eine entscheiden, entscheiden wir uns gleichzeitig gegen das Andere. Wir lassen es also hinter uns. Und genau das macht uns fertig. Beides können wir nicht haben, also müssen wir uns entscheiden. Für das Eine und gegen das Andere!
Was hilft? Ein sauberer, systematischer Denkprozess, der die Situation von allen Seiten beleuchtet und die Entscheidung wirklich einfach macht.