Keiner gibt es zu. Angst ist ein Tabu, ein Zeichen von Schwäche, man wird angreifbar, unsicher, unfähig Entscheidungen zu treffen, ist ausgeliefert. Und doch ist Angst die größte Stolperschwelle auf dem Weg zum Erfolg. Durchhalteparolen helfen da nicht. Sich einzureden es wäre alles gut, es würde schon werden und es sei alles nicht so schlimm auch nicht.
Der erste hilfreiche Schritt ist die logische, rationale Analyse, wie real die Ängste sind. Ängste stammen immer aus den Erfahrungen der Vergangenheit und werden auf die Zukunft projeziert. Wenn wir die Angst aus dem Schatten des Unterbewusstseins hervorholen und sichtbar machen, können wir sie integrieren und sie wird uns nicht mehr davon abhalten, den nächsten Schritt in Richtung Zukunft und Erfolg zu tun.
Beispiel: Weit verbreitet ist die Angst vor Arbeitslosigkeit. In unseren säugetierischen Hirnarealen, die auf Horde, Herde, Sippe, Schwarm, Stamm, Rudel programmiert sind wird Gefahr signalisiert. Allein, ohne Rudel, das ist lebensgefährlich. Antworten würden wir vielleicht: Was würden die Leute um mich rum sagen, die Nachbarn, die Verwandten, Freunde und Bekannten. Ist aber genau dasselbe: Verlust des Rudels bedeutet Todesgefahr.
WIE REAL IST DIESE GEFAHR UND WIE BEGRÜNDET IST DIESE ANGST? Angenommen der allerschlimmste Fall träte ein und Hartz IV droht. Die Lebensumstände würden sich stark verändern, aber wir würden nicht verhungern. Der Staat sorgt für uns. Wir sind also nicht dem Tod geweiht. Das Rudel werden wir auch nicht verlieren. Einige werden sich absetzen und distanzieren, aber neue werden mit dazukommen. Wir selber entscheiden, ob wir mit anderen Menschen zusammenkommen möchten und so unser Rudelgen befriedigen.
Alle aktuellen Ängste haben ihren Ursprung in unseren entwicklungsgeschichtlichen Gehirnteilen. Die sind aber alle noch tierisch gepolt und haben nichts mehr mit unserem modernen menschlichen Leben zu tun. Diese 4 Fragen sind immer hilfreich:
1. Besteht Lebensgefahr?
2. Werde ich für immer ganz allein sein?
3. Werde ich nie wieder Spaß haben?
4. Werde ich das Leben nie mehr auch nur ein klein bisschen genießen können?
Wenn Sie alle 4 Fragen ganz ehrlich und für Ihren Verstand logisch nachvollziehbar und glaubhaft mit NEIN beantworten können, brauchen Sie keine Angst zu haben und Sie sind frei für neue, gute, zielführende Entscheidungen.
Um uns dem Thema anzunähern, gehen wir zum Fußball. Im einen Jahr Meister, im darauffolgenden Jahr Abstiegskampf. Vielleicht ist es bei Unternehmen, im Vertrieb oder in der Karriere ähnlich?
1. Erfolg hat viele Gesichter, eins davon, und das hört man überhaupt nicht gern, ist Fleiß, ein anderes Begeisterung; letzteres hat hauptsächlich mit Motivation zu tun. Motivation heißt, ein Motiv zu haben, also einen Grund, warum man etwas macht. Und nur hier hat das Wörtchen “warum”, eigentlich eine Killerphrase, seine Berechtigung, nämlich in der Frage nach dem Motiv.
2. Erfolg verpflichtet und weckt Erwartungen, der Druck, diesen gerecht zu werden, steigt und blockiert vielleicht? Eine der Erwartungen ist, diesen Erfolg zu wiederholen, vielleicht sogar noch zu toppen (Meister, Double, Tripple).
3. Der Spieler (Verkäufer, Unternehmer) ist plötzlich mehr wert und diesen Mehrwert fordert er normalerweise auch ein. Wenn jetzt der Anspruch steigt, die Grundlagen für den Erfolg aber absinken (durch Bequemlichkeit, Sattheit, Überheblichkeit, man geht davon aus, dass es so weiter geht, auf dem Erfolg ausruhen . . . ), geht die Schere abrupt sehr weit auseinander. Anspruch und Wirklichkeit haben dann oft nichts mehr miteinander zu tun.
4. Die Gegner sind heiß und übermotiviert und wollen beweisen, dass sie die Besseren sind. Auch hier passt das Bild der Schere, wenn die Motivation der Gegner steigt, der eigene Einsatz jedoch sinkt.
5. Am schlimmsten sind schnelle weitere Erfolge, denn dann ist man wirklich überzeugt, unschlagbar zu sein. Der erste Dämpfer ist noch nicht so schlimm; jede Serie reißt irgendwann. Die zweite, dritte und vierte Niederlage führt dann oft zum Syndrom. Die Krise setzt sich hartnäckig fest. Die Trainerfrage wird gestellt. Das System umgestellt. Neue Spieler eingekauft.
5. Eine Doppelbelastung wie Liga und Champions League haben die anderen nicht. Sie sind ausgeruhter, frischer und immer noch motiviert, den Favoriten zu stürzen.
Jetzt die Demut aufzubringen, die wahren Ursachen rauszufinden, ist schier unmöglich, weil jede Beteiligte selber Teil des Problems ist. Und jetzt den Hintern wieder hoch zu kriegen ist schwer.
Erfolgreich werden ist nicht (so) schwer, erfolgreich bleiben, jedoch sehr.
Ein Beispiel für nachhaltigen Erfolg ist z.B. Walt Disney.
Best Practice. Wir sollen von den / dem Besten lernen, uns daran orientieren, ausrichten und genau so erfolgreich werden.
Schon vor vielen Jahren beklagte der Management-Guru aus St. Gallen, Prof. Dr. Fredmund Malik, dass die Manager immer mehr an Bodenhaftung verlieren.
Das ungeschriebene Gesetz der Hidden Champions “der Mut klein zu bleiben” möchte ich dahingehend abwandeln in “der Mut normal zu bleiben”.
Hochmut kommt vor dem Fall. Schon ganz große wie Daimler (“Mega-Technologie-Mischkonzern“), Porsche (“VW-Übernahme”), Siemens (“Schwarzgeldkassen”) oder Toyota (“Qualitätsprobleme”) sind durch Arroganz ins Straucheln und phasenweise zum Übernahmekandidaten geworden. Hinter diesen Unternehmen stand immer ein Mourinho, ein Überflieger, eine Lichtgestalt, die aber leider abgehoben sind.
Der Mut normal zu bleiben heißt nichts anderes, als sich die Bodenhaftung zu bewahren. Mein Appell an die Unternehmer, Manager und Führungskräfte. Kann sein, dass sonst nichts bleibt als ein Strohfeuer oder ein Stern, der in seinem eigenen Glanz am Nachthimmel spektakulär verglüht.
Für die Abmoderation, ganz nebenbei, hat der Star-Trainer von Real Madrid das verlorene CL-Spiel gegen den FC Barcelona völlig falsch beurteilt. Real Madrid hat schwach gespielt, viel zu defensiv, und der FC Barcelona hatte insgesamt 70% der Ballkontakte. Auch hier hat Arroganz die Sicht total vernebelt.
Ja. Wir können das gar nicht vermeiden. Genau so wie wir nicht nicht kommunizieren können. Schweigen ist deshalb auch eine Form von Kommunikation.
Man sagt, dass Stimme und Körperhaltung etwa 93% der Wirkung beim Gegenüber erzielen und der Inhalt, also das was man sagt, nur 7%. Andere wiederum meinen, dass der Inhalt weit mehr Bedeutung haben muss. Wahrscheinlich die Rhetorik-Freaks unter uns.
Meine Erfahrung sagt, dass definitiv These 1 stimmt, also 93% für Stimme, Körperhaltung und Mimik. Ich bin mir deshalb so sicher, weil das mit der richtigen Einstellung einher geht. So wie man sich innerlich fühlt, genau so strahlt man nach außen. Kümmern wir uns also nicht so sehr darum, dass jedes Wort 100%ig sitzt, sondern dass wir uns innerlich auf unser Gegenüber einschwingen. Der Rest ergibt sich.
Immer gut: Humor!
Empfehlung: Vera F. Birkenbihl!
Die Eigenheit des Sir John Franklin, dem Entdecker der Nordwestpassage glich mehr einer Behinderung. Er war extrem langsam und war sich dieser Tatsache auch bewusst. Also ging er auch bewusst damit um.
Seine Strategie war Zeit zu gewinnen: Er lernte alles auswendig und legt sich ein Repertoire an möglichen Antworten an. Dann überlegte er. Lange, ohne Druck und immer so lange, bis er die richtige Entscheidung fällen konnte, nach dem Motto: Wollen Sie eine schnelle Lösung oder eine gute?
Sven Nadolny erzählt in seinem Roman folgende Begebenheit:
Ein Teil der Schiffsbesatzung hatte auf dem Packeis in dichtem Nebel die Orientierung verloren. Kein wusste mehr, wo sich das Schiff befand. Die Offiziere bestanden darauf, sich sofort auf den Weg zu machen, um nicht zu erfrieren. Der Kapitän und Protagonist des Romans, Sir John Franklin, widersetzte sich und dachte nach, sehr sehr lange. Schließlich befahl er, alle halbe Stunde einen Schuß aus einem der Gewehr abzufeuern. Es dauerte lange, bis die Antwort vom Schiff kam. Warum? Die Gruppe befand sich auf einer riesigen Eisscholle, die sich um die eigene Achse drehte. Wären sie sofort aufgebrochen wäre es wie ein 6er im Lotto gewesen, das Schiff zu finden.
Sir John Franklin wurde später Gouverneur von Tasmanien und entdeckte als erster die Nord-West-Passage, die mittlerweile klimabedingt sogar passierbar geworden ist.
Mitarbeitern fehlt es oft an wichtigen Kernkompetenzen. Nicht, weil sie nicht können, sondern weil sie unmotiviert sind. Deutschland ist immer noch eine Servicewüste.
Wer ist verantwortlich für meine Motivation? Wenn ich auf andere warte, damit die mich motivieren, kann ich lange warten. Ich könne aber auch bei mir selber anfangen, mir Ziele setzen, mich engagieren und schauen, wie ich im Unternhmen vorankomme.
Gerade das Einfache gut machen ist eine Kunst, die zu erlernen sich lohnt.
Hier ein Zitat von Victoria Beckham:
Mein Leben zeigt, wie man eine Persönlichkeit sein kann, ohne herausragend talentiert zu sein und die richtigen Leute zu kennen, ohne außergewöhnlich hübsch und besonders intelligent zu sein.”
Einseitiges Mittelmaß + richtige Strategie = Erfolg
Strategie heißt nichts anderes, als die vorhandenen (psychischen und physischen) Kräfte auf ein langfristiges Ziel hin zu konzentrieren. Einen Nagel können Sie nur wegen seiner Form UND seiner Spitze einschlagen. Dadurch entwickelt er seine maximale Kranft, die er auf einen kleinen Punkt konzentriert.
Ebenso: Brennglas.
Vor allem Dank Uli Höneß steht der FCB da, wo er jetzt steht.
Die Bayern haben ein Image: arrogant, verhasst, beneidet, selbstbewusst, laut, schillernd = Profil. Ein Profil fällt auf, hebt sich ab. Und: Auch negative Nachrichten sind Nachrichten.
Wenn Sie durch den Richard-Stauss-Tunnel in München fahren sehen Sie links und rechts an den Wänden tausende von Kacheln. Die sind alle gleich. Oder fällt Ihnen, noch dazu im Vorbeifahren, irgendeine besonders auf? Welcher Baum im Wald fällt Ihnen auf? Welcher Fisch in einem Aquarium.
Selbst Hässlichkeit hebt sich ab. Susan Boyles und Paul Pott, die (englischen?) Kandidaten des DSDS-Pendants.
Schärfen Sie Ihr Profil. Profil bringt Aufmerksamkeit und Erfolg.
Reicht die Mischung aus Enthusiasmus und fester Überzeugung wirklich aus, um Erfolg zu haben? Selbst manch einer der charismatischen Motivationsgurus gingen schon baden.
Ist Erfolg ohne Anpassung an den Kontext möglich, in dem er stattfinden soll? Reichen positives Denken und überzeugt sein aus, um den Erfolg herbeizuführen? Oder ist die Wahrnehmung und das Annehmen der bestehenden Rahmenbedingungen nicht genau so wichtig, um seine Strategien entsprechend anzupassen?
Formel: Kontext + positive, konstruktive Grundeinstellung + Verankerung in einem Fundament fester Prinzipien und Werte.
Motivation durch simples positives Denken oder Mentaltraining erzielt keinen NACHHALTIGEN Erfolg. Warum? Diese oberflächlichen Motivationstechniken blenden den Verliereranteil im Menschen einfach aus. Den kann man sich aber nicht wegdenken. Was passiert? Topleute verkrampfen beim ersten Gegenwind und verlieren jeglichen Fluss. Warum? Weil jede Strategie fehlt, wie man mit Rückschlägen und Misserfolgen umgeht. Wenn man diese Tatsachen im Leben jedes Menschen nicht annimmt, werden sie zum Problem. Wer diese Anteile verdrängt, den holen Sie schneller ein, als man glaubt.
Zweiter Akt: Jetzt wird die Schuld woanders, außen gesucht, weil es ja an der fantastischen Motivationsstrategie nicht liegen kann. Wetter, Klima, Politik, Chef, Kunden usw. Einfach, weil man an sich selber ja nichts ändern muss.
Integral leben heißt, alle seine Anteile Wert zu schätzen und anzunehmen. Dann kommt es bei den unausweichlichen Rückschlägen und Misserfolgen zum “jetzt-erst-recht-Effekt.”
Mein Mentor Stephen Covey unterscheidet zwischen Image-Ethik und Charakter-Ethik. Laienhaft erklärt wirkt Image-Ethik oberlfächlich, wie ein Pflaster, das man auf die Wunde klebt, nur um sie nicht mehr zu sehen. So laufen z.B. Vertriebsseminare ab, auf die regelmäßig Frust und schlechtes Gewissen folgen. Charakter-Ethik ist die langfristig ausgelegte Entwicklung eines Menschen, der nach festen Prinzipien handelt.