Selbst von den Parteifreunden im Stich gelassen. Herr Seehofer geht auf Distanz zu KTG. Dessen Bundeswehrreform wird total zerpflückt. Die war auch was von nicht durchdacht; sehr unprofessionell und kurzsichtig. Aus is’ mit dem Shootingstar. Aber lassen wir das ganze Geschehen noch mal Revue passieren:
1. KTG, der politische Shooting-Star, jüngster Wirtschaftsminister und sehr früh schon hoch gehandelter Kanzlerkandidat. Was macht Frau Merkel? Gibt ihm das heikelste Amt überhaupt: Das Minenfeld Verteidigungsministerium. Ideal um einen potenziellen Kandidaten aus dem Weg zu mobben, ohne selbst dabei zu sein. Praktisch. Prompt der erste Skandal: Die Kundusaffäre. Hat er gelogen? Oder doch der Generalinspekteur? Wer wusste wann von welchem Bericht? Sehr dubios und der Lack hatte erste Kratzer.
2. Die Gorch-Fock-Affäre. Der Tod der jungen Offiziersanwärterin, schlecht recherchiert und nicht aufgeklärt. Dazu die kolportierten Schikanen. Und viel zu schnell wird der Kommandeur entlassen und später rehabilitiert. Der Untersuchungsbericht hat’s offen gelegt.
3. Der Plagiator: Wieder die Guttenberg’sche Salami-Taktik, immer nur das zuzugeben, was gerade sein muss. Guttenplag.de hat alles aufgeklärt. Ein persönliches und politisches Desaster. Rücktritt.
4. Der Todesstoß: Von der Spitze der CSU in den Rücken des KTG. Seehofer zerreißt die BW-Reform.
Mal sehn, wie der Schlussakt aussehen wird. Ein Thema ist schließlich noch offen: Die Staatsanwaltschaft nimmt das Gutachten der Bayreuther Uni als Grundlage für eine mögliche Anklage wegen Urherberrechtsverletzungen. Es ist also noch nicht vorbei.
Zurückhaltend, sympathisch, erfolgreich. Dirk Nowitzki leistet und wirkt. Einfach entwaffnend hat er sich eine unverwechselbare Marke geschaffen und einen überragenden Marktwert. Es muss also nicht immer laut sein, schrill und sensationell. Es geht auch anders, konsequent authentisch.
Respekt! Die Umbildung ist eine saubere Sache. Die Posten blitzsauber besetzt, die Mischung optimal, Rösler top positioniert, weg vom unbeliebten Gesundheitsminister hin zum respektierten Wirtschaftsminister. Unrühmliche Ausnahme: Frau Homburger. Das Rumgezicke war schlecht für ihr Image. Sie bedient damit das Klischee vom Nimmersatten Politiker, postengeil, macht- und geldgesteuert. So was bleibt für lange hängen.
. . . und kein Ende. Der Aussage der Uni, die Täuschung sei vorsätzlich gewesen, folgen jetzt die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Urheberrechtsverletzung.
Und immer noch denkt man daran, was denn wäre, wenn er die Arbeit gar nicht selber geschrieben hätte. Ein typischer Fall von verbrannt. Die politische Bühne ist vielleicht für immer passé, so viel Gras kann über eine Sache gar nicht wachsen.