Gehen Sie die Sache strategisch und systematisch an. Erstens, finden Sie heraus, wofür Sie brennen, was Sie interessiert, was Sie anspornt. Wie? Machen Sie sich eine Liste, welche Fernsehsendungen Sie sich ansehen, welche Bücher Sie im Bücherladen ansteuern, welche Zeitungsartikel Sie lesen usw. Schreiben Sie dann auf, was Sie gut machen und was Sie gerne machen. Alles was Sie gut UND gerne machen ist Ihr Kapital. Ich z.B. koche gerne, könnte aber nicht davon leben. Das Gulasch schmeckt jedesmal anders. Designen Sie jetzt Ihr individuelles Stärkenprofil mit der individuellen, eindeutigen und unverwechselbaren Kombination Ihrer Stärken und Talente, quasi Ihr USP. Überlegen Sie jetzt welche Probleme Sie für Ihre bisherigen Arbeitgeber gelöst haben und für welche Firmen diese Problemlösungskompetenz wertvoll sein könnte. Das ist Ihre Positionierung. Gehen Sie jetzt gezielt an passende Unternehmen ran. Ob per Telefon oder Brief, setzen Sie Akzente und Aufmerksamkeitserreger, prägnante Pflöcke. Das gibt Ihrem Approach eine Struktur und Sie fallen auf. Setzen Sie diese Pflöcke ganz gezielt am Anfang, in der Mitte und am Ende. Beim Brief achten Sie z.B. drauf, dass die entscheidenden drei Vokabeln gleich links oben am Textanfang, zentral in der Mitte des Briefes und rechts unten am Textende stehen, denn genau so liest jeder einen Text.
Wichtig: Bewerben ist Marketing heißt, dass der Wurm dem Fisch schmecken muss und nicht dem Angler. Versetzen Sie sich also in Ihr Gegenüber und überlegen Sie, welche wichtigen Stichworte ihn interessieren werden.
Bitte stellen Sie sich vor, ein Unternehmen schreibt eine Position aus. Im Normalfall gehen 100 +xx Bewerbungen ein. Was passiert dann? Eine Assistentin wird beauftragt, die Bewerbungen zu sichten und 90 % auszusortieren. Die verbleibenden 10 % werden dem Entscheider vorgelegt, der die Unterlagen eingehend sichtet und etwa 5 – 7 Personen in die engere Wahl zieht. Dann wird angerufen, eingeladen, nochmal eingeladen und dann entschieden.
Nach welchen Kriterien aber sortiert die Assistentin die 90 % aus?
1. Optik, Sauberkeit, ordentlicher äußerer Eindruck
2. Anschreiben: Hieraus zieht sie Schlüsse bezüglich fachlicher Eignung, Gehaltsvorstellung usw.
3. Lichtbild: Aktualität, Eindruck, Professionalität
4. Lebenslauf: Lückenlos? Optik, Schlüssigkeit, logischer Aufbau
5. ARBEITSZEUGNISSE: Sie müssen vollständig vorhanden sein!
Bei der Jobsuche spreche ich lieber von Jobmarketing. Es ist in Wahrheit ein Marketingprojekt und ein Verkaufsprozess.
Die Arbeitswelt wird zunehmend flexibler, manche sagen auch unsicherer, löchriger, ungewisser . . .
Nun, das Problem der zunehmenden Flexibilisierung scheint erkannt. Was jetzt? Was bringt uns die Frage, warum das so schlimm geworden ist? Nix.
Hilfreich sind Fragen wie: “Was kann ich persönlich für mich konstruktiv daraus machen?” Wenn die Rahmenbedingungen ohnehin schon so sind, wie sie sind, wäre es m. E. sinnvoll zu fragen, was konkret ich für mich daraus machen kann.
Wer sich nicht bewegt, der wird bewegt werden. Wer dauernd in den vorhandenen Spuren läuft, kann nicht überholen. Wer dauernd das macht, was er/sie schon immer gemacht hat, verändert nichts.
Ich bevorzuge das Wort “Jobmarketing”.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihren Traumjob gefunden, in Hamburg. Es passt alles, Job, Umfeld, Gehalt, einfach alles. Allerdings wohnen Sie in Konstanz, sind verheiratet, haben 3 Kinder und vor kurzem ein Haus gebaut. Wenn Sie nicht zu den ganz Mutigen gehören, werden Sie bleiben.
Das Dilemma: Sie werden dem Traumjob immer nachweinen. Sinnlos, ganz ehrlich.
Alpha und Omega beim Jobmarketing ist die ehrliche, präzise Bestandsaufnahme:
1. Situationsbeschreibung: Aufschreiben, was eigentlich los ist.
2. Rahmen abstecken: GEOGRAFISCH, finanziell, Position, Branche, angestellt oder selbständig usw.
3. Innerhalb dieses Rahmens Alternativen ausarbeiten.
4. Akquise: Damit Sie nicht in der Flut der Bewerbungsmappen verschwinden, empfehle ich anzurufen. ” Ich bin Herr/Frau Meier. Ich bin BilanzbuchhalterIn, habe 5 Jahre Berufserfahrung und möchte mich beruflich verändern. Mit wem kann ich sprechen, um mich über meine beruflichen Möglichkeiten in Ihrem Unternehen zu erkundigen?”
So oder so ähnlich. Wichtig: Einfach, klar, kurz, knackig und präzise. Keine Lebensgeschichte, kein warum, keine Rechtfertigung.
Wenn Sie angemacht werden oder blöd angeredet, stellen Sie sich die Frage: Möchte ich in diesem Unternehmen überhaupt arbeiten?