In dem hervorragenden Buch “So lernt man lernen” von Sebastian Leitner wird die Methode der Lernpatience beschrieben, die sich für folgende Situationen ausgezeichnet eignet:
1. Last Minute Lernen für Schulaufgaben, Klausuren, Examina, Abschlussprüfungen etc.
2. Komplexe und schwierige Themengebiete, z.B. die lateinischen Namen aller möglichen Pflanzen für die Abschlussprüfung von Gärtnern oder Landschaftsgärtner, aber auch die Knochen des menschlichen Körpers o.ä.
Die Vorteile:
1. Das Zergliedern, Runterbrechen und Aufschreiben des Stoffes die Karteikärtchen haben allein für sich schon einen großen Lerneffekt.
2. Der Pool von immer max. 30 Kärtchen ist überschaubar und relativ leicht verdaulich.
Tipp: Kaufen Sie sich neue Karteikärtchen in der Größe DIN A 8. Für mich ist das die optimale Größe.
Zum Thema Lernen siehe auch: http://ldl.mixxt.de/networks/blog/index
Haben Sie sich überhaupt Ziele gesetzt? Ausformuliert und schriftlich dokumentiert? Glückwunsch. Dann gehören Sie zu den 4 % im Club der Erfolgsplaner.
Wir planen unser Haus, unseren Urlaub, das nächste Auto, aber sehr selten unser Leben. Seltsam.
Ziele zu setzen ist einfach, aber nicht leicht. Einfach, weil es tausende Ratgeber und Internetseiten gibt. Nicht leicht, weil es Arbeit ist und wir Entscheidungen treffen müssen. Buridan’s Esel lässt grüßen.
Es ist wie in der Navigation. Ein Seegelboot mitten auf dem Meer und die Instrumente fallen aus. Der Navigator weiß, dass er zunächst seinen Standort bestimmen muss. Er orientiert sich an Fixpunkten wie Sonne, Sterne, der zurückgelegte Weg (letzte Kursbestimmung, Windrichtung und – geschwindigkeit) und bestimmt seinen Standort.
Für Sie heißt das: Bestandsaufnahme: Wo stehe ich im Leben, familiär, beruflich, finanziell, Freunde, Bekannte etc.
Nächster Schritt: Kurs bestimmen.
Für Sie heißt das: Was ist mir wichtig? Wo möchte ich hin? Beruflich, familiär usw. usw.
Nächster Schritt: Segel setzen.
Für Sie heißt das: Loslegen, umsetzen, handeln.
Sobald ich weiß, wo ich stehe und wo ich hin will, kann ich mir Ziel setzen. Ziele richten Sie verbindlich aus. Sie verzetteln sich nicht mehr. Sie setzen ganz automatisch Ihre Prioritäten und die Schlagzahl der Chancen erhöht sich drastisch.
Ziele sind keine Wünsch oder Pläne. Ziele sind fordernd und realistisch. Und immer aus eigener Kraft erreichbar. Ziele sind konkret und positiv formuliert.
Ganz wichtig: Ziele MÜSSEN Kontext bezogen sein. Der Kontext ergibt sich aus den gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und sind aus eigener Kraft nicht veränderbar. Wir müssen uns daran orientieren oder anders: Wenn der Kontext den Bach runter geht, kann ich motiviert sein wie ich will.
Schreiben Sie Ihre Ziele auf.
Eli Goldratt hat diese einfache und geniale Methodik entwickelt. Als gelernter Physiker hatte er keine Ahnung von unternehmerischen Prozessen, half aber einem Bekannten, der Hühnerkäfige herstellte und die Prozesse nicht in den Griff bekam.
Goldratt konzentrierte sich auf die Constraints (Engpässe):
1. Er identifizierte den Engpass, also den limitierenden Faktor, und machte diesen für alle sichtbar. Wenn ein Blutgerinnsel auf eine Gefäßverengung trifft, kommt es auch zu Komplikationen.
2. Es stellte sich heraus, dass dieser Engpass offensichtlich nicht optimal ausgenutzt wurde. Also optimierte er den Engpass und nutzte ihn optimal aus. Der Faktor, das das gesamte System limitierte und blockierte wurde aufgelöst. Er beseitigte Gefäßverengung und Blutgerinnsel.
3. Er richtete das gesamte Management an diesem Engpass aus und sorgte dafür, dass er optimal versorgt wurde. Man könnte das mit der berühmt gewordenen “Systemrelevanz” von Banken oder Branchen während der Wirtschaftskrise vergleichen.
4. Schließlich erweiterte er die Kapazität es Engpasses.
5. War dieser Engpass beseitigt, nahm er den nächsten Engpass in Angriff.
Diese Vorgehensweise können wir auf unser Berufsleben und unser ganzes Leben übertragen. Was ist der größte Engpass, der das gesamte System blockiert und die Weiterentwicklung verhindert (finanziell, beruflich, psychisch, körperlich, fehlendes Fachwissen, fehlende Sprachkenntnisse etc.)
Justus von Liebig fand heraus, dass heraus, dass Pflanzen neben Wasser und Licht auch verschiedene Nährstoffe brauchen. Selbst wenn alle Faktoren im optimalen Maß vorhanden sind, wird das Wachstum einer Pflanze begrenzt, wenn nur einer der Faktoren zu wenig vorhanden ist.
Der Feind für gute Entscheidungen heißt Komplexität. Viele Informationen, viele Aspekte, viele Meinungen, mehrere Interpretationsmöglichkeiten und ein Emotions-Cocktail.
Das alles führt zur Konfusion. Wir verlieren die Übersicht. Es ist wie ein Blindflug über den Atlantik und zu allem Überfluss fallen auch noch die Instrumente aus.
Wir sind weder durch Erziehung noch durch die Schule auf diese Situationen vorbereitet. Wir haben nie gelernt, professionell Entscheidungen vorzubereiten und zu treffen. Unser Pilot wird wie ein Profi handeln, weil er dafür intensiv ausgebildet wurde.
Lernen wir also, in komplexen Situationen cool zu bleiben, Licht ins Dunkel zu bringen und das Chaos zu ordnen. Am besten durch methodisches und systematisches Denken.
Der Vorteil: Sie werden Ihr Denken steuern. Andernfalls übernimmt Ihr Problem das Ruder und reißt Sie hin und her.
“Elefanten versuchen nicht, Giraffen oder Schwalben zu werden. Radieschen versuchen nicht, rote Beete zu werden. Aber wir Menschen versuchen zu sein, was wir nicht sind. Wir ersticken in Idealen, die unerreichbar sind oder die nur auf unsere eigenen Kosten erreicht werden können. Wir gehen auf Zehenspitzen, um nur ja nirgendwo anzustoßen, und werden schließlich ärgerlich auf unsere Zehen, wenn sie uns weh tun” Bruno-Paul de Roeck
oder:
“Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist.” Arnold R. Beisser
Gestalten wir unsere Zukunft, indem wir richtige und hilfreiche Entscheidungen treffen.
Endlose Besprechungen ohne befriedigende Ergebnisse. Langeweile, Frust, Ärger, Konflikte.
Das Dilemma uneffektiver Besprechungen ist Konfusion. Ungeordnete Informationen von unterschiedlichen Persönlichkeiten werden mehr oder weniger sachlich zur Kenntnis genommen und kommentiert.
Die Lösung: Ordnung durch Systematik und Methodik.
Meeting-Zeiten verringern sich dadurch um 75 %.
Wir haben ein Problem. Wir stehen mitten drin in unserem Problem. Und sind Teil des Problems. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Uns fehlt die Orientierung. Wir sind verunsichert.
Was ist eigentlich das Problem an unserem Problem? Es ist die Art und Weise WIE wir das Problem betrachten, das unser Problem ausmacht! Wir sind nicht im Stande das Problem nüchtern, sachlich und objektiv von außen neutral zu betrachten. Weil unsere Persönlichkeit Teil des Problems ist.
Heraustreten, Fakten sammeln und ordnen, verschiedene Blickwinkel einnehmen, nachdenken und eine Entscheidung treffen. Das wäre hilfreich.
Ein Mann kaufte sich einen Wachhund und stellte zu Hause fest, dass dieser stumm war. Also: Unbrauchbar. Spontane Reaktion: Zurück bringen, Umtauschen, reklamieren . . .
Eine Gruppe von Managern, die diese Aufgabenstellung systematisch durchdenken sollten kamen auf eine überraschende Lösung:
Naheliegend war zunächst, dem Hund bei zu bringen, einen Schalter zu betätigen, der Alarm auslöst, die Polizei ruft, Licht oder auch Hundegebell einschaltet.
Im zweiten Schritt überlegte man sich, wie heimtückisch doch dieser Hinweis sein würde: Achtung! Stummer Wachhund!
Ein Einbrecher, der dieses Schild lesen würde, müsste fürchterliche Angst davor haben, dass sich ein richtig gefährlicher Hund heimtückisch aus der Dunkelheit heranschleicht und ihn überfällt!
Wäre das nicht effektiv?
Das Gleichnis von Buridan’s Esel besagt, dass dieser zwischen zwei gleich großen Heuhaufen elendig verhungert wäre, weil er sich nicht entscheiden konnte, von welchen er fressen sollte.
Klingt banal und lächerlich. Aber wie würden wir entscheiden?
Im Prinzip könnten wir würfeln und die Entscheidung akzeptieren. Die Alternativen sind ja gleich gut. Das Dilemma dabei ist aber: Wenn wir uns für das Eine entscheiden, entscheiden wir uns gleichzeitig gegen das Andere. Wir lassen es also hinter uns. Und genau das macht uns fertig. Beides können wir nicht haben, also müssen wir uns entscheiden. Für das Eine und gegen das Andere!
Was hilft? Ein sauberer, systematischer Denkprozess, der die Situation von allen Seiten beleuchtet und die Entscheidung wirklich einfach macht.
Schülern wurde tatsächlich diese Aufgabe gestellt. Nur für’s in die Schule gehen, pro Woche 5 Euro zu kassieren. Spontanes Ergebnis des unsystematischen Schnelldenkens, wen wundert’s: Begeisterung und zig Ideen, was man mit dem Geld anfangen könnte.
Nach einem geführten systematischen Denkprozess kamen die Kinder ins Grübeln und erstaunlicherweise kamen diese Antworten:
- Stärkere, ältere Kinder könnten sie zwingen, das Geld heraus zu geben.
- Die Eltern würden das Geld auf das Taschengeld anrechnen und entsprechend reduzieren.
- Wieviel Geld wäre gerecht, wenn man z.B. das Alter berücksichtigt? Was wäre gerecht/ungerecht? Streit wäre vorprogrammiert.
- Das Geld würde den Gemeinden fehlen. Busse wären ungepflegter, Lehrer schlechter bezahlt usw.
Systematisches Nachdenken lohnt sich. Wir können uns immer wieder mit neuen Ideen überraschen und effektiver Entscheidungen treffen.